Online-Shopping für Betroffene von Lebensmittelunverträglichkeiten – Ein Interview mit glutenfreiheit.org

Lebensmittelunverträglichkeiten nehmen zu. Zwar betreffen klinisch nachzuweisende Nahrungsmittelallergien nur drei bis fünf Prozent der Bevölkerung, unter Unverträglichkeiten leidet jedoch ein weit größerer Anteil. Betroffene von Abbaustörungen im Darm, wie Zöliakie (Gluten), Lactose- (Milch), Histamin- oder Fructose (Frucht)-Intoleranz, müssen ihre Ernährung anpassen und oft haben sie das Problem geeignete Lebensmittel für sich zu finden. Nischige Produkte, wie gluten-, lactose oder fructosefreie Lebensmittel, sind natürlich ein spannendes Longtail-Thema für das Internet. Glutenfreiheit.org ist ein „Blog-Shop“-Konzept für Zöliakie. Für Euch haben wir mit Katrin Schmidt, der Gründerin von Glutenfreiheit, über ihr Projekt gesprochen. Katrin wurde im Dezember 2008 mit Zöliakie diagnostiziert. Knapp eineinhalb Jahre später gründete sie im Mai 2010 mit einem guten Freund glutenfreiheit.org. Seither arbeitet sie konstant an der Weiterentwicklung der Plattform.
glutenfreiheit.org - Der Blog für Zöliakiekranke
glutenfreiheit.org – Der Blog für Zöliakiekranke
ohne tüte: Dein Blog setzt sich mit der Lebensmittelunverträglichkeit von glutenhaltigen Produkten auseinander. Sag doch bitte generell etwas zur Situation der Betroffenen.
Katrin Schmidt: Gerade frisch Diagnostizierte müssen ihre Ernährung komplett umstellen. Brötchen, Pizza und Nudeln fallen von einem Tag auf den anderen weg. Viele fühlen sich mit der Krankheit allein gelassen, da sie niemand in ihrem Umfeld kennen, dem es genau so geht. Hier hilft glutenfreiheit.org, da es die Kranken aufklärt und zeigt, dass es anderen genauso geht.
Wie und wann kamst Du dazu den Blog aufzusetzen? Gab es noch keinen Blog zu dieser Art der Lebensmittelunverträglichkeit, der Dich zufriedengestellt hat?
Die Idee für den Blog hatte ich im Oktober 2009 in der Uni. Gemeinsam mit einem Kommilitonen habe ich zunächst den Markt analysiert. Wir haben festgestellt, dass es eine derartige Anlaufstelle für Zöliakiekranke im Internet noch nicht gibt. Genau diese Lücke wollen wir mit glutenfreiheit.org schließen.
Das Besondere an Deinem Blog ist die Kombination mit einem Shop für glutenfreie Lebensmittel. Wie kamst Du zu diesem Konzept?
Im Blog schimpfe ich oft darüber, dass glutenfreie Produkte teurer sind als andere. In unserem Produkt- oder Shopvergleich finden alle Zölis schnell und auf einen Blick den günstigsten Anbieter. Glutenfreiheit.org hat sich von einem Blog in eine Plattform entwickelt, die ihren Nutzern verschiedene Services bietet.
Was für Erfahrungen hast du mit dem Betrieb des Online-Shops gemacht und könntest Du Dir vorstellen weitere Shops zu anderen Themen in Zukunft aufzuziehen?
Der Shop wird von unseren Nutzern gut angenommen. Wenn eine Angabe nicht stimmt, erhalte ich direkt ein Feedback von den Nutzern. Für mich spannende Themen, für die ich ähnliche Internetplattformen oder mobile Apps entwickeln würde sind Diabetes oder Krebs.
Was rätst Du anderen, die zu einem Thema, das ihnen am Herzen liegt, einen Shop aufziehen wollen?
Informiere dich über den Markt und deine Kunden und schließe nicht von dir auf andere. Wenn du dein Thema glaubhaft vertreten möchtest, musst du dein Produkt im Schlaf kennen. Nur, wenn du ein glaubwürdiger Kunde deines Produktes bist, kannst du andere dafür anwerben, dich ihren Freunden zu empfehlen.
Katrin, wir danken Dir für das Interview und wünschen Dir für die Zukunft viel Erfolg mit glutenfreiheit.org!
Wir finden das Projekt wirklich spannend. Bei unserer Recherche zu diesem Interview sind wir auf die Suche nach Shops gegangen, die wie Katrins Blog, Betroffenen von Lebensmittelunverträglichkeiten eine Hilfestellung beim Einkauf passender Lebensmittel geben. Insgesamt haben viele der Angebote Optimierungspotenial und das Thema ist definitiv noch nischig genug, um das Interesse des ein oder anderen Entrepreneurs auf den Plan zu rufen.
Hier ein paar Shops für Betroffene von Lebensmittelunverträglichkeiten:
Gut gefallen hat uns das Angebot von Allergikerhimmel. Der Shop bietet ein gutes Angebot von Lebensmitteln, hat darüber hinaus auch einen eigenen Blog (u.a. mit Rezeptideen) und listet für Betroffenen zudem eine Auswahl von Hotels, die eine allergikergeeignete Küche anbieten.
Allergico.net und Bio Kommt lassen die Besucher ihrer (zugegebenermaßen optimierungswürdigen) Online-Shops Lebensmittel mittels Allergiefiltern (Lactose, Gluten, Ei, Fructose) finden.
Auf Mein Gesundes Brot backt Bäckermeister Thomas Kaufmann Brote ohne Gluten, ohne Hefe, ohne Laktose oder ohne Soja. Die gesunden Brote lässt er uns allerdings auch einiges kosten.
Leidet Ihr unter einer Lebensmittelunverträglichkeit und habt Eure Produkte bereits online bezogen bzw. Euch online Rat gesucht und Euch ausgetauscht? Eure Blog- und Shop-Tipps sind hier gerne gesehen!
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One Comment on “Online-Shopping für Betroffene von Lebensmittelunverträglichkeiten – Ein Interview mit glutenfreiheit.org”

  1. […] shoppen ohne tüte macht Sinn, das ist für die meisten von uns nichts neues.  online shoppen ohne tüte, macht auch als ein sehr interessanter Corporate Blog der mindwyse GmbH in Hamburg Sinn.   Im Zuge […]


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