reCommerce oder: Wie werde ich bequem meine gebrauchten Sachen wieder los

Einer von „10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen“ und ein „Deutschland im Recycling-Fieber“ (deutschestartups.de), in dem  „Für clevere Konsumenten […]  „Eintauschen“ das neue Kaufen“ (trendwatching.com) bedeutet. Und bei ohne tüte stellen wir euch die nächsten zwei Wochen Shops, Marktplätze und Angebote rund um reCommerce vor. Doch was genau ist reCommerce eigentlich?

ReCommerce, kurz: der An- und Verkauf von Gebrauchtwaren, ist ein Trend den man nicht mehr unbeachtet lassen kann. Momox.de, einer der größten Anbieter auf dem deutschen Markt, beschäftigt 500 Mitarbeiter, hat mittlerweile über 18 Millionen Artikel angekauft, ist seit September 2011 auch Anbieter in Frankreich, England und Österreich und verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 74% auf inzwischen 40 Mio. € in 2011.

Laut trendwatching.com sind die drei treibenden Kräfte hinter dem reCommerce Phänomen:

  • NEXTISM: Konsumenten werden immer Lust auf spannende, neue Erlebnisse haben
  • STATUSPHERE: Smart und ökologisch bewusst Einkaufen und dabei Geld zu sparen wird ein immer größerer Statusbooster
  • EXCUSUMPTION: Konsumenten mit wenig Geld begrüßen neue, kreative Lösungen, wie sie weniger ausgeben, aber dennoch so viele Erlebnisse wie möglich haben können.

Zudem lassen sich bisher verschiedene Varianten des reCommerce finden. Einerseits besteht das generelle System „trade-in to trade-up“ („gewinnbringend eintauschen“). Hier werden Konsumenten aufgefordert auf den Wert ihrer alten Sachen zuzugreifen und gleichzeitig an neue, bessere Artikel zu gelangen. Ein Beispiel ist hier das französische Label A.P.C, die mit ihrer Butler-Worn-Out Serie Konsumenten aufgefordert haben ihre alte A.P.C. Hose einzutauschen und ein neues Paar für die Hälfte des Preises zu bekommen. Die alten Jeans wurden daraufhin repariert, mit den Initialen der vorherigen Benutzer versehen und wieder verkauft.

Cashing In“ ist die eine weitere Variante des reCommerce. Bei dieser Form von reCommerce verkauft der Konsument seine Besitztümer entweder direkt an die Plattform oder stellt seine zu verkaufenden Sachen auf einer Plattform ein und erhält dafür bei Verkauf eine Provision.
Für viele Kategorien von Artikeln findet man einen eigenen Marketplace. Für Fashion ist ASOS ein schönes Beispiel. Hier können die Fashionistas der Welt ihre Klamotten verkaufen. Erwähnenswert sind die oft sehr kunstvollen und individuellen Produktdarstellungen.

Um euch den Einstieg in den reCommerce zu erleichtern haben wir uns die verschiedenen „traditionellen“ Online Shops angeguckt.
Die Auswahl für den Ankauf ist oft auf Bücher, DVDs, CDs und Spiele begrenzt. Ein größeres Sortiment findet man bei rebuy.de, zoxs.de und momox.de. Diese drei Shops kaufen auch Elektronikartikel an wie zum Beispiel Handys oder Tablet PCs. Wirkaufens.de hingegen ist nur auf Elektronik spezialisiert und bietet eine große Bandbreite an Elektronikartikel die verkauft werden können – bis zum Babyfon ist alles dabei.
Medimops.de ist ein Shop in dem die verkauften Produkte auch wiederum günstig zu erwerben sind. Die einzige größere Plattform, die nicht nur ANkauft sondern auch VERkauft ist rebuy.de, die zudem auch visuell ansprechend bzw. übersichtlich gestaltet ist. Der Versand von eigenen Artikeln ist bei den meisten Shops kostenlos, während andere einen Mindesteinkaufswert von 10-30 Euro festsetzen. Erwähnenswert ist noch hitflip.de, die Artikel nicht ankaufen sondern als Plattform zum Tauschen agieren. Beim Verkauf von eigenen Artikeln erwirbt man Flips, mit denen man wieder andere Produkte erwerben kann.

Die Shops werden immer stärker ausgebaut und mit diesem Prozess zugleich findet der Aufbau von Communities statt. Eine stark wachsende Community nennt sich „Swishing“ und wurde 2007 in Großbritannien gegründet. Seitdem wächst sie beständig und breitet
sich auf alle weiteren Länder aus. Das Konzept ist simpel: „1.) Jeder muss mindestens ein Stück Qualitätskleidung mitbringen, 2.) Man hat eine halbe Stunde um sich umzugucken bevor der „Swish“ öffnet, 3.) Kein Kleidungsstück darf beschlagnahmt werden bevor der „Swish“ startet, 4.) Sobald der „Swish“ eröffnet ist, darf jeder nehmen was er möchte, 5.) Denken Sie daran, kein kratzen und beißen.“
Einen Swish kann jeder veranstalten, der Spaß daran findet.

Die Gründerin und CEO von Futerra Sustainability Communications sagt über Swishing:
„Save money, save the planet, have a party: swishing effortlessly touches all of these buttons. Swishing parties are for all those women who want to combine glamour, environmental protection and frugality.“ (Übers.: Rette Geld, rette den Planeten, hab eine Party: swishing verbindet mühelos all diese Punkte. Swishing Parties sind für all die Frauen, die Glamour mit Umweltschutz und Sparsamkeit vereinen wollen.).

Dies und noch viel, viel mehr gibt es zum reCommerce zu berichten. Habt ihr schon erste Erfahrungen sammeln können oder sind euch interessante Shops oder Projekte im Web aufgefallen?

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8 Kommentare on “reCommerce oder: Wie werde ich bequem meine gebrauchten Sachen wieder los”

  1. Oli sagt:

    Super Blog, ich komme ab jetzt regelmaessig

  2. Julia sagt:

    das deutsche Start-Up http://www.be-vintage.de springt auch auf den Second-Hand-/ reCommerce-/ Cashing-In-Zug auf.

  3. Tobias sagt:

    Vielen Dank für den Artikel, der einen super Einblick in den Recommerce-Markt bietet.

    Bei meinen weiteren Recherchen bin ich auf http://www.werzahltmehr.de gestoßen. Dort werden sehr viele Recommerce-Plattformen genannt und verglichen.

    LG Tobias

  4. Marco sagt:

    http://www.rueckkaufpreise.de ist auch ein super Vergleichsportal für ReCommerce Plattformen. Die Seite durchsucht die Angebote von rund 30 verschiedenen Rückkaufanbietern und stellt Sie die Angebote in einem übersichtlichen Preisvergleich dar.

  5. MACHT DIE AUGEN AUF...by .Anonymous sagt:

    ReCommerce ABZOCKE
    und die Deutschen unterstützen die großen noch !!!!!!!

    ReCommerce hört sich gut an ist aber in keinem Fall eine lohnende Angelegenheit für die Verkäufer.
    Sie bekommen auf ihre Bücher, CD´s, DVD´s ect. immer nur ein unverbindliches Angebot bzw. den Höchstpreis der unterschiedlichen ReCommerce Anbieter angezeigt, was aber am Ende tatsächlich ausgezahlt wird kann dann schon eine böse Überraschung sein.

    Beispiel:
    Anieter XY berrechnet ab 20,00 Euro Verkauswert keine Versandkosten und zahlt ihnen für 30 gebrauchte Artikel (Bücher/CD´s) 21,00 Euro.
    Anbieter XY wird natürlich nach Empfang alle Artikel kontrollieren und findet bei 4 Büchern min. Mängel (das können auch Eselsohren sein), und bei einer CD einen kleinen Kratzer (CD funktioniert 1A und läuft auch ohne Springer ect. durch).
    Der Anbieter wird ihnen für diese kleinen Mängel z.b. 3,00 Euro vom VK abziehen, dann wären wir noch bei 18,00 Euro VK.
    Allerdings werden die Versandkosten erst ab 20,00 Euro übernommen und somit bekommen sie nochmals 6,90 Euro (DHL Paket) abgezogen, sprich unterm Strich bleiben dann noch 11,01 Euro für 30 Artikel.


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