Galeria Hochzeitstisch – Ein Interview mit Dr. Maik Münzinger

Bereits letzten Sonntag, zu Beginn der Themenwoche „Hochzeit 2.0“  haben wir den Galeria Hochzeitstisch kurz beschrieben. Dr. Maik Münzinger, verantwortlicher Projektleiter im Bereich „Multi-Channel Retail“ der GALERIA Kaufhof GmbH, stand für ein Interview bereit.

Herr Dr. Münzinger, wie entstand der virtuelle Hochzeitstisch von Galeria Kaufhof?

Galeria Kaufhof hatte als Multispezialist schon immer ein sehr breites Sortiment und war daher oft Anlaufstelle Nr. 1 beim klassischen Hochzeitstisch. Mitte der 90er Jahre wurden alle Filialen miteinander vernetzt und die Hochzeitsliste war das erste Mal auch an anderen Standorten einsehbar. 2008 entstand dann die Online-Plattform „Galeria Hochzeit“. Bei über 600.000 Artikeln bot sich das Web 2.0 einfach an.

Wie erstelle ich denn nun einen Hochzeitstisch? 

Sie kommen in eine unserer über 100 Filialen in ganz Deutschland, melden sich beim Geschenkservice an und suchen dann nach Belieben Ihre Wunschgeschenke aus. Wenn gewünscht, wird Ihnen ein persönlicher Geschenkberater an die Seite gestellt. Zum guten Schluss kann die Geschenkliste dann über einen Link mit allen Gästen geteilt werden.

Sie verfolgen den Multi-Channel-Retail-Ansatz. Wie ist die momentane Verteilung unter den Hochzeitsgästen – mehr Online- oder Offlinekäufe?

Sowohl als auch. Wenn man den stationären Verkauf mit der Internetvariante vergleicht, liegen wir ungefähr bei einer Verteilung von 60% zu 40%.  Grundsätzlich bieten wir fünf verschiedene Optionen an: Man kann das Geschenk in der Filiale erwerben, in der das Hochzeitspaar den Tisch erstellt hat oder man kauft den Artikel in einer anderen Filiale in Deutschland. Weitere Möglichkeiten sind die Online-Bestellung mit Lieferung nach Hause oder direkt zum Brautpaar. Letzteres beinhaltet eine kostenlose Geschenkverpackung. Das Hochzeitspaar bestimmt dann Tag und Ort der Lieferung, also zum Beispiel am Tag selbst zum Veranstaltungsort oder ganz praktisch einen Tag später nach Hause. Die fünfte Option ist die Online-Reservierung. Diese ist die beliebteste Online-Variante. Gästen ist es sehr wichtig, dass sie etwas schenken, das ihnen selber gefällt und so können sie sich den Artikel frühzeitig sichern. Das Produkt kann dann später online oder stationär erworben werden.

Vielen sind die Online-Optionen bei einem Traditionsthema wie Hochzeit zu unpersönlich. Sie haben schon einige Features eingebaut, die dem entgegenwirken sollen. Welche sind das und wie häufig wird davon Gebrauch gemacht?

Die Brautpaare haben die Möglichkeit mit ihren Wunschgeschenken Fotos vor Ort während des Aussuchens zu machen. Ich habe das Ganze bereits selbst hautnah miterleben dürfen und kann sagen: Die Paare sind kreativ. Da wird mit Pfannen Tennis gespielt oder aus Handtüchern werden Turbane kreiert. So entstehen sehr persönliche Fotos, welche die Paare dann zu Hause hochladen können. Warum die Paare das selber machen? Die Verliebten sollen selber entscheiden, welche Fotos veröffentlicht werden sollen und welche nicht. Durchschnittlich nutzt jedes zweite Paar diese Möglichkeit. Letztes Jahr wurden ca. 20.000 Bilder hochgeladen und mit Gästen geteilt. Wir freuen uns, dass die Idee so gut ankommt.

Natürlich haben wir auch noch andere interaktive Funktionen auf unserer Seite eingebaut: Man kann Kommentare zu den Fotos hinterlassen, das Paar kann eigene Texte zu den Produkten verfassen, ein Gästebuch sowie ein Tagebuch sind vorhanden, ein Willkommensvideo kann hochgeladen werden und es gibt einen eigenen Blog. Zusammenfassend kann ich also sagen: Wir bieten eine komplette Hochzeitshomepage an.

Sie haben erwähnt, dass gegenwärtig über 600.000 Produkte zur Auswahl stehen. Wie unterscheidet sich das heutige Einkaufsverhalten von früher?

beliebtes HochzeitsgeschenkFrüher waren Haushaltsgegenstände die klassi­schen Geschenke. Heute wünschen sich Paare exklusive Dinge. Unser Renner auf der letzten Hochzeitsmesse war zum Beispiel ein Toaster mit Swarovski Kristallen. Paare möchten Sachen, die sie toll finden, sich aber selber nicht kaufen würden.

Was passiert wenn das Paar unbedingt ein Produkt haben möchte, das Galeria Kaufhof nicht im Sortiment hat?

Das ist kein Problem. Wir haben fast immer die Möglichkeit den gewünschten Artikel über einen unserer Lieferanten zu bestellen. Hier besteht dann allerdings Abnahmepflicht, da wir das Produkt nicht mehr anderweitig verkaufen können. Bei Produkten aus unserem Sortiment garantieren wir hingegen die Verfügbarkeit ohne eine Pflicht zum Kauf.

Wie sieht die Zukunft des virtuellen Hochzeitstisches aus?

Persönliche Beratung wird sehr geschätzt. Daher geht der Weg der Paare immer noch zuerst in die Filiale. Unsere Online-Plattform soll aber soweit ausgebaut werden, dass die Möglichkeit besteht, den kompletten Prozess online zu gestalten. Unser Onlineshop wurde im Oktober 2011 neu gelauncht und bietet nun auch das entsprechende Sortiment für diesen Weg. Der Plan ist es, den virtuellen Hochzeitstisch kontinuierlich auszubauen. Allerdings soll nicht auf einen persönlichen Ansprechpartner verzichtet werden müssen – ob stationär oder online, ein Geschenkberater soll zu Verfügung stehen.

Vielen Dank für das Interview, Herr Dr. Münzinger. Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen und wünschen Ihnen viel Erfolg in der Zukunft.

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