Das Verkaufen und Erwerben von Marken- und Designermode leicht gemacht – Ein Interview mit dem Start-Up Buddy & Selly

Die reCommerce Plattformen sind zahlreich im Netz vertreten und einige haben wir euch auch schon vorgestellt. In dem Zuge unserer Themenwochen suchen wir immer nach interessanten Start-Ups und sind diesmal schnell fündig geworden: Buddy & Selly, das sich mit dem An- und Verkauf von Marken- und Designermode auseinandersetzt.
Um euch das Start-Up näher vorzustellen, haben wir ein kleines Interview mit Karo (Manager Online Channel) von Buddy & Selly geführt:

Hallo Karo! Du bist mit am Aufbau des neuen reCommerce Start-Ups Buddy & Selly beteiligt. Was genau ist die Idee hinter Buddy & Selly und was ist das Besondere an euch?

Buddy & Selly kauft und verkauft Second Hand Marken- und Designermode. Von privat und für privat. Das klingt zunächst nach klassischem Second Hand – Geschäft, es steckt aber noch ein wenig mehr dahinter.
Das besondere an Buddy & Selly ist, dass wir für den Verkäufer, die Trennung von seinen Kleidungsstücken so einfach wie möglich gestalten.
Wer kennt das nicht? Der Kleiderschrank ist voll, man hat selbst oft zu wenig Zeit die Sachen bei ebay einzustellen. Im Second Hand Geschäft hingegen muss man oft lange auf seine Kommission warten.
Diese Barrieren wollen wir dem aktuellen Besitzer nehmen. Buddy & Selly  kann man die Sachen aus ganz Deutschland per Post zuschicken. In Hamburg kommen wir auch persönlich vorbei um die guten Stücke abzuholen und schon bald öffnet unser erster Ankaufsshop – auch hier in Hamburg. Außerdem bekommt man bei Buddy & Selly sein Geld sofort, also kein langes Warten auf die Kommission.
Den Käufern auf der anderen Seite, wollen wir online ein richtiges Einkaufserlebnis bieten ohne „Second Hand – Beigeschmack“.
Außerdem prüfen wir die Artikel eingehend auf Echtheit und Originalität bevor wir etwas ankaufen und stellen sicher, dass sich alles in einwandfreiem Zustand befindet. So versuchen wir für beide Seiten das Beste rauszuholen: Der Verkäufer hat auf unkompliziertem Weg wieder Platz im Schrank, und der Käufer freut sich über Marken- und Designermode zum smarten Preis.

Ihr startet Euren Verkauf mit einem eBay-Shop und wollt in Kürze einen Ankaufshop in Hamburg eröffnen. Ist Hamburg euer bevorzugtes Pflaster oder sind weitere Shops in anderen Städten bzw. andere Marktplätze im Internet geplant?

Richtig, zunächst starten wir den Verkauf über ebay, halten aber gleichzeitig Ausschau nach anderen geeigneten Marktplätzen. Später könnten wir uns auch gut eine eigene Plattform vorstellen. Dass wir unseren ersten Ankaufsshop in Hamburg eröffnen, hat für uns vor allem logistische Gründe. Hier haben wir unsere Basis und können erste Erfahrungen sammeln. Die Eröffnung in Hamburg soll aber nur der Startschuss für Buddy & Selly in weiteren deutschen Städten sein.

Auf eurer Internetseite wird erwähnt, dass mit jedem Ankauf die Projekte von „Save the Children“ unterstützt werden. Wie genau funktioniert die Kooperation?

Die Kooperation mit „Save The Children“ liegt uns ganz besonders am Herzen. Mit jedem Ankauf den wir tätigen, spenden wir zugunsten der Projekte von „Save the Children“.
Die Gelder werden dort nach Dringlichkeit unterschiedlichen Projekten zugeordnet.

Eine Frage zum Abschluss: Was erwartet ihr vom reCommerce-Markt und was ist deine Einschätzung für die Zukunft?

In der Modeszene ist das Thema reCommerce unter dem Begriff „Vintage“  schon länger verankert. Wir möchten das Thema gerne weiter entwickeln und vor allem professionalisieren. Dies geht auch mit der Ansprache neuer Zielgruppen einher. Und genau da sehen wir auch die Trends für die Zukunft – immer mehr Konsumenten werden sich bei neuen Anschaffungen Gedanken zu Wiederverwendungsmöglichkeiten machen und das weit über Luxusartikel hinaus – vorausgesetzt es ist unkompliziert – für beide Seiten.

Karo, wir danken Dir für das Interview und wünschen Euch für die Zukunft viel Erfolg mit Buddy & Selly!


reCommerce oder: Wie werde ich bequem meine gebrauchten Sachen wieder los

Einer von „10 Trends, die die deutsche Gründerszene momentan bewegen“ und ein „Deutschland im Recycling-Fieber“ (deutschestartups.de), in dem  „Für clevere Konsumenten […]  „Eintauschen“ das neue Kaufen“ (trendwatching.com) bedeutet. Und bei ohne tüte stellen wir euch die nächsten zwei Wochen Shops, Marktplätze und Angebote rund um reCommerce vor. Doch was genau ist reCommerce eigentlich?

ReCommerce, kurz: der An- und Verkauf von Gebrauchtwaren, ist ein Trend den man nicht mehr unbeachtet lassen kann. Momox.de, einer der größten Anbieter auf dem deutschen Markt, beschäftigt 500 Mitarbeiter, hat mittlerweile über 18 Millionen Artikel angekauft, ist seit September 2011 auch Anbieter in Frankreich, England und Österreich und verzeichnete einen Umsatzzuwachs von 74% auf inzwischen 40 Mio. € in 2011.

Laut trendwatching.com sind die drei treibenden Kräfte hinter dem reCommerce Phänomen:

  • NEXTISM: Konsumenten werden immer Lust auf spannende, neue Erlebnisse haben
  • STATUSPHERE: Smart und ökologisch bewusst Einkaufen und dabei Geld zu sparen wird ein immer größerer Statusbooster
  • EXCUSUMPTION: Konsumenten mit wenig Geld begrüßen neue, kreative Lösungen, wie sie weniger ausgeben, aber dennoch so viele Erlebnisse wie möglich haben können.

Zudem lassen sich bisher verschiedene Varianten des reCommerce finden. Einerseits besteht das generelle System „trade-in to trade-up“ („gewinnbringend eintauschen“). Hier werden Konsumenten aufgefordert auf den Wert ihrer alten Sachen zuzugreifen und gleichzeitig an neue, bessere Artikel zu gelangen. Ein Beispiel ist hier das französische Label A.P.C, die mit ihrer Butler-Worn-Out Serie Konsumenten aufgefordert haben ihre alte A.P.C. Hose einzutauschen und ein neues Paar für die Hälfte des Preises zu bekommen. Die alten Jeans wurden daraufhin repariert, mit den Initialen der vorherigen Benutzer versehen und wieder verkauft.

Cashing In“ ist die eine weitere Variante des reCommerce. Bei dieser Form von reCommerce verkauft der Konsument seine Besitztümer entweder direkt an die Plattform oder stellt seine zu verkaufenden Sachen auf einer Plattform ein und erhält dafür bei Verkauf eine Provision.
Für viele Kategorien von Artikeln findet man einen eigenen Marketplace. Für Fashion ist ASOS ein schönes Beispiel. Hier können die Fashionistas der Welt ihre Klamotten verkaufen. Erwähnenswert sind die oft sehr kunstvollen und individuellen Produktdarstellungen.

Um euch den Einstieg in den reCommerce zu erleichtern haben wir uns die verschiedenen „traditionellen“ Online Shops angeguckt.
Die Auswahl für den Ankauf ist oft auf Bücher, DVDs, CDs und Spiele begrenzt. Ein größeres Sortiment findet man bei rebuy.de, zoxs.de und momox.de. Diese drei Shops kaufen auch Elektronikartikel an wie zum Beispiel Handys oder Tablet PCs. Wirkaufens.de hingegen ist nur auf Elektronik spezialisiert und bietet eine große Bandbreite an Elektronikartikel die verkauft werden können – bis zum Babyfon ist alles dabei.
Medimops.de ist ein Shop in dem die verkauften Produkte auch wiederum günstig zu erwerben sind. Die einzige größere Plattform, die nicht nur ANkauft sondern auch VERkauft ist rebuy.de, die zudem auch visuell ansprechend bzw. übersichtlich gestaltet ist. Der Versand von eigenen Artikeln ist bei den meisten Shops kostenlos, während andere einen Mindesteinkaufswert von 10-30 Euro festsetzen. Erwähnenswert ist noch hitflip.de, die Artikel nicht ankaufen sondern als Plattform zum Tauschen agieren. Beim Verkauf von eigenen Artikeln erwirbt man Flips, mit denen man wieder andere Produkte erwerben kann.

Die Shops werden immer stärker ausgebaut und mit diesem Prozess zugleich findet der Aufbau von Communities statt. Eine stark wachsende Community nennt sich „Swishing“ und wurde 2007 in Großbritannien gegründet. Seitdem wächst sie beständig und breitet
sich auf alle weiteren Länder aus. Das Konzept ist simpel: „1.) Jeder muss mindestens ein Stück Qualitätskleidung mitbringen, 2.) Man hat eine halbe Stunde um sich umzugucken bevor der „Swish“ öffnet, 3.) Kein Kleidungsstück darf beschlagnahmt werden bevor der „Swish“ startet, 4.) Sobald der „Swish“ eröffnet ist, darf jeder nehmen was er möchte, 5.) Denken Sie daran, kein kratzen und beißen.“
Einen Swish kann jeder veranstalten, der Spaß daran findet.

Die Gründerin und CEO von Futerra Sustainability Communications sagt über Swishing:
„Save money, save the planet, have a party: swishing effortlessly touches all of these buttons. Swishing parties are for all those women who want to combine glamour, environmental protection and frugality.“ (Übers.: Rette Geld, rette den Planeten, hab eine Party: swishing verbindet mühelos all diese Punkte. Swishing Parties sind für all die Frauen, die Glamour mit Umweltschutz und Sparsamkeit vereinen wollen.).

Dies und noch viel, viel mehr gibt es zum reCommerce zu berichten. Habt ihr schon erste Erfahrungen sammeln können oder sind euch interessante Shops oder Projekte im Web aufgefallen?


Das Fitnessstudio bei Dir zu Hause – Auch Sport lässt sich online shoppen…..

Die Tage werden kürzer. Morgens ist es dunkel, wenn man zur Arbeit geht und abends ist es dunkel, wenn man das Büro verlässt.  „Jetzt noch zum Sport? Ach nee, lieber doch auf die Couch und ’ne DVD schauen.“  Tja, wem geht das nicht so?
Ihr fragt euch, was das mit Online Shopping zu tun hat? Erst einmal gar nichts. Stimmt.
Aber wir möchten euch vom Gegenteil überzeugen. Denn wir haben das Thema „Sport“ nicht einfach so gewählt. Diese Woche haben wir euch auf unserer Facebookseite bereits den Shop www.tennis-point.de vorgestellt, der auf dem Versandhandelskongress als „Online Shop des Jahres“ vorgestellt wurde. Hier bekommen Tennisfreaks so ziemlich alles, was sie für den Kopfkrimi mit dem gelben Ball benötigen. Und wenn man dann einmal „in Sportarten“ denkt, fallen einem ganz schnell weitere Online Shops ein wie bspw. www.fahrrad.de oder auch für alle Outdoorbegeisterten www.thenorthface.com .
Alles schon bekannt und nichts Neues? Na, dann haben wir hier etwas für euch, was ihr bestimmt noch nicht kennt: Die erste Fitnessplattform im Internet, die euch das Fitnessstudio nach Hause bringt: www.pur-life.de ! Ihr trainiert ganz einfach bei euch zu Hause – wann immer ihr wollt! Neben Live-TV Übertragungen findet ihr dort ein umfangreiches Programm an jederzeit abrufbaren Kursen-von Oberkörper, Rücken, Bauch oder Aerobic bis hin zu Zumba und Entspannungsübungen.

Außerdem gibt es darüberhinaus noch eine spezielle Ernährungberatung und ein von Fachleuten und Ärzten betreutes, qualifiziertes Abnehmprogramm.
Klingt nach ausprobieren? Das haben wir uns auch gedacht und getan- zumindest einige von uns. Und wir sind begeistert und zwar so, dass wir gleich mal mit dem Geschäftsführer von pur-life gesprochen haben und Gutscheine für euch organisiert haben. Für alle, die unsere Fanseite http://www.facebook.com/ohnetuete bis zum 05.11.2011 liken, gibt es einen 4 Wochen Gratis Testzugang für http://www.pur-life.de!!! Klingt doch gut, oder? Natürlich freuen wir uns auch über eure Testberichte… Den Code erhaltet ihr im Anschluss ans Liken:) von uns…
Und damit verabschieden wir uns ins Wochenende
Euer „ohne tüte“ – Team

Wie E-Books, E-Reader, Tablets & Co. den Buchmarkt verändern

In wenigen Tagen – genau genommen am 12.10. beginnt  die diesjährige Frankfurter Buchmesse! Wir sind zwar nicht live Vorort dabei, aber wir nehmen dieses Ereignis zum Anlass und beschäftigen uns die nächsten 2 Wochen auf „ohne tüte“ rund um das Thema Buchhandel, E-Books, E-Reader und Literatur. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch mit euch!
Zur Gesamtsituation des Deutschen Buchmarktes
Werfen wir doch zu Beginn einfach einmal einen Blick auf den dt. Buchmarkt, über den in den letzten Tagen doch vielfach berichtet wurde.
Im Jahr 2010 verzeichnete der dt. Buchmarkt einen Umsatzvolumen von knapp 10 Mrd. € (Endverbraucherpreise). Davon fielen auf den stationären Sortimentsbuchhandel geschätzte 5 Mrd. € also 50% des Gesamtmarktes.
Das stärkste Wachstum verzeichnete wie auch in den vergangenen Jahren der Online-Buchhandel (Teil des Versandbuchhandels), der 2010 ein Umsatzwachstum von 14,1% gegenüber 2009 verzeichnete. Kleiner Wehrmutstropfen: das Wachstum ist im Vergleich zu den Vorjahren rückläufig (2007 waren es sogar 21,3 %).Damit ist dieser Vertriebskanal nach wie vor der wichtigste im Buchmarkt, gefolgt vom Direktvertrieb der Verlage, der mit einem Anteil von 18,5 % und einem Umsatz von 1,8 Mrd. € knapp vor dem Versandbuchhandel (inkl. Internet 1,7 Mrd. €) liegt. Den Rest des „Kuchens“ teilen sich Warenhäuser und Buchgemeinschaften zu je ca. 0,2 Mrd. € sowie sonstige Verkaufsstellen mit einem Anteil von knapp 10 % (0,91 Mrd.).
Einen Umsatzrückgang von 2,8 % zum Vorjahr musste hingegen der Sortimentsbuchhandel hinnehmen. Dieser ist unter anderem geprägt von Konzentrationsentwicklungen und zeigt sich bisher reserviert gegenüber E-Books und E-Readern. Rund 68% der Buchhändler, die im Auftrag des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels Anfang 2011 zu ihrem Sortiment befragt wurden, gaben an, dass weder E-Reader noch E-Books angeboten werden. Bei kleineren Buchhandlungen ist der E-Book/E-Reader Anteil noch niedriger.
Quelle: GfK Panel Services Deutschland im Auftrag des Börsenvereins des Dt. Buchhandels
Die Situation des E-Book Marktes in Deutschland
Kein Wunder also, dass bei diesem geringen Angebot, E-Books bisher gerade einmal 0,5% des gesamten Sortimentbuchhandels ausmachen, rund 21,2 Mio €.
Auch wenn an anderer Stelle von einer zu geringen Nachfrage nach E-Books gesprochen wird – ein dauerhaftes Nachfragewachstum ist ohne ein attraktives Angebot nicht zu erreichen. Bisher setzt sich das Gesamtangebot an E-Books aus über 50% Wissenschaft und Fachbuch zusammen; die auflagenstarke und beliebte Belletristik kommt gerade mal auf 11%.
Quelle: GfK Panel Services Deutschland i.A. des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels
Ein größeres Angebot dieses Genre würde sicherlich zum Wachstum des E-Book Marktes beitragen, doch selbst damit ist Deutschland noch weit vom Mainstream-Level Amerikas entfernt. E-Books haben dort einen Marktanteil von 8%, was einem Jahresumsatz von 330 Mio. € entspricht (ehlingmedia).
Lässt man einmal die deutlich frühere Einführung von E-Readern (Amazons Kindle – Reader kam 2007 auf den Markt, in Dtl. erst 2009) sowie die höhere Technikaffinität der Amerikaner außer Betracht – beides durchaus relevante Aspekte – dann liegt ein wesentlicher Unterschied in der amerikanischen Vertriebsstruktur von Büchern. Gerade außerhalb der großen Ballungszentren gibt es keine stationären Buchhändler. Die Amerikaner haben eigentlich keine andere Möglichkeit als Bücher digital zu erwerben.
Tablets werden die Zukunft des Buchmarktes verändern
Doch kommen wir zurück zur Situation in Deutschland. Denn es könnte hier Bewegung in den Markt kommen. Vor kurzem erst hat Amazon seinen Kindle Fire vorgestellt, ein E-Reader, der gleichzeitig alle Vorteile eines Tablets mitbringt und das zu einem sensationell günstigen Preis. Aber auch ohne den Kindle Fire wächst der deutsche Markt für E-Reader, wenn auch hinter dem europäischen Durchschnitt. In diesem Jahr wird voraussichtlich ein Wachstum von rund 33% von aktuell 24 Mio auf 31 Mio € erreicht, bei gleichzeitiger Absatzsteigerung um 40% auf 232.000  Stück (Bitkom). Die vergangene Woche brachten auch Weltbild und Hugendubel ihren neuen E-Book Reader 3.0 auf den Markt und meldeten verstärkte Nachfrage nach E-Books und E-Readern seit Beginn des Frühsommers (internetworld.de). Bereits im August verkündete die Buchhandelskette Thalia den Kauf des App-Entwicklers Textunes, welcher aktuell für rund 200 Verlage E-Books für iOS und Android entwickelt. Im Herbst soll dann auch die neue Version des E-Readers OYO mit stärkerem Akku und höherer Speicherkapazität erhältlich sein (internetworld.de).
Quelle: Amazon
Darüber hinaus sind Smartphones und Tablet-PCs auf dem Vormarsch, wie aus kürzlich veröffentlichten Zahlen der Bitkom hervorgeht. Vor allem Tablets werden sich nach Ansicht von Verlagsexperten durchsetzen:
Quelle: GfK Panel Services Deutschland i.A. für den Börsenverein des Deutschen Buchhandels
Welchen Einfluss Modelle wie Self-Publishing oder Rebuying auf den deutschen Buchmarkt haben (werden), wollen wir u.a. in den kommenden 2 Wochen mit unseren Lesern und Fans auf ohne tüte in Facebook diskutieren.
Wir freuen uns auf einen regen und spannenden Austausch mit euch!
Hanna Tempelhagen

Online-Shopping für Betroffene von Lebensmittelunverträglichkeiten – Ein Interview mit glutenfreiheit.org

Lebensmittelunverträglichkeiten nehmen zu. Zwar betreffen klinisch nachzuweisende Nahrungsmittelallergien nur drei bis fünf Prozent der Bevölkerung, unter Unverträglichkeiten leidet jedoch ein weit größerer Anteil. Betroffene von Abbaustörungen im Darm, wie Zöliakie (Gluten), Lactose- (Milch), Histamin- oder Fructose (Frucht)-Intoleranz, müssen ihre Ernährung anpassen und oft haben sie das Problem geeignete Lebensmittel für sich zu finden. Nischige Produkte, wie gluten-, lactose oder fructosefreie Lebensmittel, sind natürlich ein spannendes Longtail-Thema für das Internet. Glutenfreiheit.org ist ein „Blog-Shop“-Konzept für Zöliakie. Für Euch haben wir mit Katrin Schmidt, der Gründerin von Glutenfreiheit, über ihr Projekt gesprochen. Katrin wurde im Dezember 2008 mit Zöliakie diagnostiziert. Knapp eineinhalb Jahre später gründete sie im Mai 2010 mit einem guten Freund glutenfreiheit.org. Seither arbeitet sie konstant an der Weiterentwicklung der Plattform.
glutenfreiheit.org - Der Blog für Zöliakiekranke
glutenfreiheit.org – Der Blog für Zöliakiekranke
ohne tüte: Dein Blog setzt sich mit der Lebensmittelunverträglichkeit von glutenhaltigen Produkten auseinander. Sag doch bitte generell etwas zur Situation der Betroffenen.
Katrin Schmidt: Gerade frisch Diagnostizierte müssen ihre Ernährung komplett umstellen. Brötchen, Pizza und Nudeln fallen von einem Tag auf den anderen weg. Viele fühlen sich mit der Krankheit allein gelassen, da sie niemand in ihrem Umfeld kennen, dem es genau so geht. Hier hilft glutenfreiheit.org, da es die Kranken aufklärt und zeigt, dass es anderen genauso geht.
Wie und wann kamst Du dazu den Blog aufzusetzen? Gab es noch keinen Blog zu dieser Art der Lebensmittelunverträglichkeit, der Dich zufriedengestellt hat?
Die Idee für den Blog hatte ich im Oktober 2009 in der Uni. Gemeinsam mit einem Kommilitonen habe ich zunächst den Markt analysiert. Wir haben festgestellt, dass es eine derartige Anlaufstelle für Zöliakiekranke im Internet noch nicht gibt. Genau diese Lücke wollen wir mit glutenfreiheit.org schließen.
Das Besondere an Deinem Blog ist die Kombination mit einem Shop für glutenfreie Lebensmittel. Wie kamst Du zu diesem Konzept?
Im Blog schimpfe ich oft darüber, dass glutenfreie Produkte teurer sind als andere. In unserem Produkt- oder Shopvergleich finden alle Zölis schnell und auf einen Blick den günstigsten Anbieter. Glutenfreiheit.org hat sich von einem Blog in eine Plattform entwickelt, die ihren Nutzern verschiedene Services bietet.
Was für Erfahrungen hast du mit dem Betrieb des Online-Shops gemacht und könntest Du Dir vorstellen weitere Shops zu anderen Themen in Zukunft aufzuziehen?
Der Shop wird von unseren Nutzern gut angenommen. Wenn eine Angabe nicht stimmt, erhalte ich direkt ein Feedback von den Nutzern. Für mich spannende Themen, für die ich ähnliche Internetplattformen oder mobile Apps entwickeln würde sind Diabetes oder Krebs.
Was rätst Du anderen, die zu einem Thema, das ihnen am Herzen liegt, einen Shop aufziehen wollen?
Informiere dich über den Markt und deine Kunden und schließe nicht von dir auf andere. Wenn du dein Thema glaubhaft vertreten möchtest, musst du dein Produkt im Schlaf kennen. Nur, wenn du ein glaubwürdiger Kunde deines Produktes bist, kannst du andere dafür anwerben, dich ihren Freunden zu empfehlen.
Katrin, wir danken Dir für das Interview und wünschen Dir für die Zukunft viel Erfolg mit glutenfreiheit.org!
Wir finden das Projekt wirklich spannend. Bei unserer Recherche zu diesem Interview sind wir auf die Suche nach Shops gegangen, die wie Katrins Blog, Betroffenen von Lebensmittelunverträglichkeiten eine Hilfestellung beim Einkauf passender Lebensmittel geben. Insgesamt haben viele der Angebote Optimierungspotenial und das Thema ist definitiv noch nischig genug, um das Interesse des ein oder anderen Entrepreneurs auf den Plan zu rufen.
Hier ein paar Shops für Betroffene von Lebensmittelunverträglichkeiten:
Gut gefallen hat uns das Angebot von Allergikerhimmel. Der Shop bietet ein gutes Angebot von Lebensmitteln, hat darüber hinaus auch einen eigenen Blog (u.a. mit Rezeptideen) und listet für Betroffenen zudem eine Auswahl von Hotels, die eine allergikergeeignete Küche anbieten.
Allergico.net und Bio Kommt lassen die Besucher ihrer (zugegebenermaßen optimierungswürdigen) Online-Shops Lebensmittel mittels Allergiefiltern (Lactose, Gluten, Ei, Fructose) finden.
Auf Mein Gesundes Brot backt Bäckermeister Thomas Kaufmann Brote ohne Gluten, ohne Hefe, ohne Laktose oder ohne Soja. Die gesunden Brote lässt er uns allerdings auch einiges kosten.
Leidet Ihr unter einer Lebensmittelunverträglichkeit und habt Eure Produkte bereits online bezogen bzw. Euch online Rat gesucht und Euch ausgetauscht? Eure Blog- und Shop-Tipps sind hier gerne gesehen!

Online-Lebensmittelhandel nimmt in Deutschland Fahrt auf

Der Online-Lebensmittelmarkt setzt sich auch in Deutschland langsam aber allmählich in Bewegung. Real veröffentlichte letzte Woche erste Umsatzzahlen seines Online-Shops, Tengelmann startete mit Kaisers im August einen online shopbaren Lieferservice und Amazon öffnete seinen Marktplatz bereits letztes Jahr für den Verkauf von Lebensmitteln (Partner sind u.a. Gourmondo, Mymuesli, Gustini, Natur.com etc.). Und deswegen wird sich es auch bei uns in den nächsten zwei Wochen alles rund um das Online-Shopping von Lebensmitteln drehen.
Während das Online-Shopping von Lebensmitteln in Ländern wie UK, Schweiz und Frankreich bereits angenommen wurde, hinkt Deutschland noch deutlich hinterher.
Marktanteil des Lebensmittelhandels am Onlinehandel im Ländervergleich
Der Online-Handel mit Lebensmittel ist in der Tat ein kritisches Thema. Frischware kann vom Kunden nicht selbst geprüft und ausgewählt werden und der Versand von verderblichen Artikeln, wie Fisch und Fleisch, verlangt nach logistischer Excellenz und schneller Abwicklung.
Die von Real veröffentlichten Umsatzzahlen zeigen dennoch einen erfolgreichen Start der Online-Initiative. „Das Sortiment umfasst nun mehr als 9.000 Artikel. Im 2. Quartal 2011 betrug der Umsatz bereits 6 Mio. € bei einem Durchschnittsbon von über 130 €.
Bei genauerer Betrachtung des Online-Sortiments wird jedoch deutlich, dass Real seine Umsätze weniger durch Lebensmittel treiben dürfte – diese werden nämlich kaum im Shop angeboten  – denn das Sortiment bietet eher Produkte aus dem Bereich Multimedia, Sport & Freizeit, Haus & Garten, Spielwaren etc.
Kaisers ist da produktseitig mit seinem Lieferservice weit besser aufgestellt – von Frischfleisch bis Molkereiprodukte kann der Kunde seine Einkaufsliste wie gewohnt abhaken. Kaisers verfolgt zur Lösung des Logistikproblems jedoch eine lokale Strategie und bietet seinen Service nur in Berlin und München an.
Buchung des Lieferzeitenslots bei KaisersWirklich gut gelöst ist bei Kaisers übrigens die Möglichkeit sich bei der Bestellung einen Zeitslot von zwei Stunden für die Lieferung zu sichern. In Abhängigkeit von Wohnort, Wochentag und Uhrzeit variieren die Lieferkosten. Ein Lieferung für heute Abend zwischen 17.00 und 19.00h wäre noch für 5 Euro zu haben…spätestens für den nächsten Überraschungsbesuch oder den Getränkeeinkauf vor der Geburtstagsparty unserer Meinung nach eine einzubeziehende Alternative!
Auch der Startup-Bereich befindet sich in Bewegung. In Hamburg dürfen wir uns auf www.supermarkt.de freuen, www.froodies.de  versendet im Stadtgebiet Münster, Düsseldorf, Dortmund und Wuppertal bereits ab einem Bestellwert von 25 Euro kostenlos (und deutschlandweit ab 75 Euro), www.emma-mobil.de wird uns bald mit einem deutschlandweiten Netzwerk aus Partnersupermärkten beglücken und www.food.de startet ab Oktober 2011 mit einem Marktplatz für Food Delivery Services zunächst erst einmal in Berlin.
Ist Online-Shopping von Lebensmitteln für Euch eine echte Alternative zum Tüten schleppen, oder steht ihr doch lieber im Supermarkt und lasst olfaktorische und visuelle Reize die Entscheidung über die abendliche Speisekarte übernehmen?

Shopping–Clubs werden themenspezifisch: Möbel und Wohnaccessoires bei Westwing und Casacanda

Das Beste zuerst: Gutschein zu gewinnen-siehe unten!

Kein Geheimnis: Online Shopping-Clubs à la vente-privée und brands4friends erfreuen sich großer Beliebtheit und ziehen täglich zigtausende von Fashion–Schnäppchenjägern an. Neuerdings wird das erfolgreiche Geschäftsmodell auch auf andere Sortimente angewandt. Mit www.westwing.de und www.casacanda.de sind jetzt in Deutschland zwei auf hochwertige Möbel und Wohnaccessoires spezialisierte Online Shopping-Clubs am Start. Beide bieten ihrem geschlossenen Mitgliederkreis mehrmals die Woche Marken und Produkte aus dem Wohn- und Einrichtungssegment stark reduziert an. Reichlich Einrichtungstipps von Profis finden Fans in einem Online-Magazin, außerdem vielfältige Inspirationsquellen rund ums Thema Wohnen.
Westwing - Shopping Community für Möbel und Einrichten

Westwing - Shopping Community für Möbel und Einrichten

Wir sind gespannt, wie sich diese Online Shopping-Clubs entwickeln werden. Der Erfolg der 2009 gegründeten US Plattform www.onekingslane.com spricht stark für das Geschäftsmodell. Noch mehr aber interessiert uns Eure Meinung: Würdet ihr dort shoppen? Braucht Ihr noch speziellere Shopping-Clubs oder reichen Euch die bisherigen Allrounder? Gefällt Euch das preiswerte exklusive Club-Shopping oder seid Ihr mit jedem Sonderangebot gleich zufrieden – egal wo?
Diskutiert mit uns auf unserer facebook-Seite , gewinnt bis zum 14.9. einen 25 € Shopping-Gutschein von Westwing.  Alle Details dazu auf http://www.facebook.com/ohnetuete

Mit hipmunk buchst du besser

Das jedenfalls verspricht die Plattform www.hipmunk.com. Diese wurde erst kürzlich von der NY Times zu einer der Top 50 Websitesgekürt. Doch was kann diese Seite überhaupt?

Mit nur wenigen Eingaben gehts los

Mit hipmunk soll die Suche nach einem Flug in den Urlaub einfacher gehen. Ein durchaus erstrebenswertes Ziel. Die Suche nach einem günstigen Flug und das Vergleichen von Angeboten kann durchaus schweißtreibend sein. Bei hipmunk benötigt man jedoch nur den Abflughafen, den Zielflughafen, wann es losgehen soll und wann man wiederkommen will – fertig! Die Seite bietet ein reduziertes Design (schließlich will sie ja helfen und nicht noch zusätzlich überfordern) und eine übersichtliche Darstellung von verfügbaren Flügen. Auf der Übersichtsseite kann man sogar mit Reitern nach unterschiedliche Destinationen suchen. Gebucht wird der Flug nicht direkt mit hipmunk, sondern man wird zu einem Anbieter weitergeleitet.

Die Übersichtsseite

Insgesamt hat uns die Seite überzeugt. Vor allem das reduzierte Design ist eine Wohltat im vergleich zu Flugsuchmaschinen wie swoodoo.com und Konsorten.

fCommerce wird immer ausgefeilter

Wer kennt das nicht: Ein Freund auf Facebook hat Geburtstag und man hinterlässt ihn einen freundlichen, aber schnöden Eintrag auf der Pinnwand. Das ist ganz nett, jedoch auch ganz nett langweilig. Das dachte sich auch der amerikanische Blumenversender 1-800-flowers.com und bietet demnächst eine spezielle Facebook-App an, welche den Pinnwandeintrag um eine reale Blume ergänzt. Wie das geht? Mit der App schreibt man dem oder der Freundin einen Geburtstagsgruß auf die Pinnwand, sucht noch eine passende Blume aus dem 1-800-flowers.com Regal aus und gibt damit gleichzeitig 1-800-flowers.com den Auftrag die Blume an das Geburtstagskind zu versenden. Damit nicht jede Blume einzeln verschickt werden muss, sammelt die App alle virtuellen Blumen bis zu einem Stichzeitpunkt und erst dann werden alle Blumen als Bouquet an den Empfänger versendet. 1-800-flowers.com verspricht sogar eine taggleiche Lieferung. Die Kosten für den Versender belaufen sich auf ledigleich 1 Dollar pro Blume.
Hier ein Video dazu:
Es ist ein interessanter Ansatz den Leuten das Thema fCommerce (eine Art des Social Commerce) näher zu bringen. Mit dem niedrigen Preis und dem überzeugend simplen Konzept lassen sich mit Sicherheit viele Fans begeistern. Leider startet der Dienst vorerst in den USA. Würdet Ihr Euch auch sowas für unsere Breitengrade wünschen?

Jeden Monat eine neue (Probier-) Welt?

Dies könnte man jedenfalls meinen, wenn man sich das Angebot des Dienstes Glossy Box näher betrachtet: Mit der Glossy Box können sich Beauty-Fans für 10 Euro im Monat Luxus-Probiermuster und Neuheiten von Topmarken zuschicken lassen. Ein Abo auf Probierpackungen sozusagen.
Die Seite selbst stellt vor allem die Möglichkeit zum Testen der neuesten Trends heraus:
„Freuen Sie sich jeden Monat auf Ihre GlossyBox mit den neuesten Beautytrends“
Ob das als USP reichen wird, um Kunden zu einem Preis von 10 Euro im Monat dieses Abo abschließen zu lassen? Schließlich handelt es sich um Produkte, die auch gerne mal kostenlos namhafter (Frauen-) Zeitschriften beiliegen. Was sagt Ihr dazu?