ByeBye CD-Regal: Onlinehandel hilft der Musikindustrie nach oben

Wer besitzt noch einen Plattenspieler, Discman oder CD-Player oder gar ein Kassettendeck?
Wir haben bei einer kleinen Umfrage im Büro festgestellt: Nur noch die Minderheit.Deutschland ist der weltweit drittgrößte Musikmarkt und ist daher ein gutes Beispiel wie stark sich der Shift zu digitaler Musik in den letzten 10 Jahren entwickelt hat. Und er wird sich noch weiter ausprägen.

Den Wandel zu digitaler Musik kann man ein paar prägnanten Zahlen belegen: Von 2001 auf 2010 ist die Zahl der Downloader um 7,2 auf 12,1 Mio. gestiegen, die Anzahl der Downloadtitel ist von 1 Mio. in 2003 auf 13 Mio. in 2010 gestiegen und die Umsätze von 2003 bis 2011 von 17 Mio. auf 166 Mio..
Leider besticht das Netz nicht nur durch den legalen Erwerb, sondern bietet auch den Raum und die Möglichkeit illegal an Musik zu gelangen. Zwar hat sich die Nutzerschaft von illegalen Downloads kaum vermehrt und ist „nur“ 0,1 Mio auf 3,1 Mio. (2004-2010) gestiegen, jedoch hat sich die Anzahl der Downloads von 630 Mio. in 2004 auf 898 Mio. in 2010 (Quelle) erhöht.

Durch illegales downloaden geht viel Geld verloren und die Musikindustrie versucht konsequent dagegen anzugehen. Welche Alternativen und tolle Musikseiten,- blogs und Streamingdienste es im Internet gibt, stellen wir Euch hier vor.

Musik Online streamen

Seit dem Start von Spotify in Deutschland am 13.03.2012 ist Deutschland im „Streaming-Fieber“. Auf der Plattform befinden sich ca. 16 Millionen Songs die kostenlos angehört werden können.

Bei der kostenlosen Nutzung gibt es regelmäßige Werbeeinblendungen, die aber bei einer Zahlung von 4,95€ (Spotify Unlimited) im Monat verschwinden. Für 9,95€ im Monat erhält man Spotify Premium, welches einem auch eine Offline Nutzung des Dienstes auf dem Smartphone und am PC erlaubt. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass man keinen Besitz an den Liedern erwirbt. Sobald die Nutzerschaft beendet ist, sind alle Playlists und Songs verschwunden.
Die einzige Voraussetzung für die Nutzung von Spotify: Ein Facebook-Konto.
Weitere Streaming Plattformen sind: simfy, napster, rdio und deezer (jedoch sind alle nur für begrenzte Zeit gratis nutzbar und danach im Abo für ca. 5-15€).

Für Konsumenten also eine super Sache, da sie alle Songs auf einem Blick haben und Playlists von jedem elektronischen Gerät abrufbar sind.
Wenn man sich jedoch mit Künstlern über diese Plattformen unterhalte kommt nicht selten ein Fluchen über die Lippen. Bisher sind Streaming Plattformen noch nicht wirklich lukrativ, da sie noch im Aufbau sind und die Nutzerschaft weiter aufgebaut werden muss. Das bedeutet für den Künstler, dass er bei einem Verkauf seines Songs bei iTunes einen Gewinn von ca. 6 Cent erzielt, das Abspielen auf Spotify bspw. jedoch weniger als einen Viertel Cent (Quelle) einbringt.
Wer also seinen Lieblingskünstler und gerade aufstrebende Musiker, Sänger, Bands unterstützen möchte kauft sich die Songs. Schließlich besitzt man diese dann auch auf unbegrenzte Zeit und kann auch in späten Jahren noch darauf zugreifen! 🙂

Musikinspiration

Im Web findet man nicht nur Streaming Angebote und Möglichkeiten Titel zu downloaden, sondern man kann sich auch inspirieren lassen.

Unsere Favoriten sind Hypemachine, eine Online Sammlung auf der Songs von den verschiedensten Blogs zusammengetragen werden und eine eigene Favoriten-Playlist erstellt werden kann, Earmilk (US & Canada basiert), ein Blog der die neusten Hits und Underground Entdeckungen über alle Musik-Genres hinweg zugänglich macht und zuletzt Daytrotter, eine Plattform auf der täglich eine neue, etwa viertelstündige Musiksession, kostenfrei hörbar, runterladbar und exklusiv vorgestellt wird.

Wer sich noch anderweitige (oder passendere) Inspiration holen möchte kann dies zum Beispiel über last.fm machen. Die Seite, auch als App bei Spotify erhältlich oder mit Hypemachine zu verbinden, gibt Empfehlungen auf Grund deiner Vorlieben und Playlists. Zugleich kann man ununterbrochen, personalisiertes Radio hören.

Nach vielen Jahren eines Niedergangs der Musikindustrie wurde 2011 der Umsatzrückgang gestoppt und sogar ein Plus von 0,1% gemessen. Noch macht die digitale Musik nur 17 Prozent des Gesamtumsatzes der Musikindustrie aus, doch man darf gespannt sein wie die Entwicklung in 2012 sein wird. (Quelle)

Auf alle weiteren Angebote zu Musik im Web kommen wir in den Posts während unserer Themenwoche auf Facebook zu sprechen! Wir freuen uns, wenn Ihr dies noch weiter verfolgt.